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Das L├╝ften

├ťber das Thema L├╝ften von Wohnr├Ąumen wird viel geschrieben. Es ist schwierig, sich aus den vielen Meinungen eine passende, f├╝r sich selber zutreffende zu bilden ohne vorhandenes Grundwissen. Die nachfolgende Schilderung soll mit einfachen Worten dieses Thema zusammenfassen.

Als Erstes muss man die Frage kl├Ąren: ┬äWarum l├╝ften? Das passiert doch alles ganz automatisch durch die Querl├╝ftung ├╝ber die Zugangst├╝ren, Fensterleckagen, Bauk├Ârperleckagen?!┬ô

Warum gel├╝ftet werden muss, ist eigentlich jedem klar. Es m├╝ssen alle Stoffe weggel├╝ftet werden, welche das Wohlbefinden in Wohnr├Ąumen beeinflussen. Man hat durch aufwendige Versuche, die optimale Frischluftmenge f├╝r alle Geb├Ąude bestimmt und diese dann in einer DIN festgeschrieben. Jedoch bei n├Ąherer Betrachtung ist die tats├Ąchlich ben├Âtigte Frischluftmenge eigentlich von den unterschiedlichen Nutzerverhalten, Baustoffen u.v.m. abh├Ąngig.

Die Behauptung, es muss wegen Sauerstoffmangel gel├╝ftet werden, ist falsch. Bei normaler Bet├Ątigung im Haushalt verbraucht eine erwachsene Person ca. 20 bis 50 Liter Sauerstoff je Stunde. In einem 20 qm gro├čen Wohnraum st├╝nden demnach ca. 10.000 Liter Sauerstoff aus der Raumluft zur Verf├╝gung. Sauerstoffmangel d├╝rfte als L├╝ftungsgrund wenig taugen.

Auch die Behauptungen, "Die Wand muss atmen" oder "Die Au├čenwand muss die Feuchtigkeit nach au├čen transportieren", sind falsch. Richtig ist, dass sogar bei einer unged├Ąmmten Ziegelwand nur ca. 2% der anfallenden Feuchtigkeit im Raum tats├Ąchlich nach au├čen dringen. Der Rest von 98% ├╝bersch├╝ssiger Feuchtigkeit muss ├╝ber die Fenster weggel├╝ftet werden. W├Ąre die Au├čenwand ged├Ąmmt, w├╝rden trotzdem blo├č ca. 2% der Feuchtigkeit nach au├čen diffundieren da die D├Ąmmungen ├╝blicherweise diffusionsoffen sind.

Beispiel: Ein Zweipersonenhaushalt gibt ca. 100 g Wasserdampf pro Stunde ab. Die Feuchteaufnahmef├Ąhigkeit der Raumluft betr├Ągt ca. 220 g. Somit w├╝rde nach ca. zwei Stunden die relative Luftfeuchtigkeit von 60% auf 100% theoretisch steigen. Das dem nicht so ist, h├Ąngt mit der Feuchteaufnahme (Sorbtion) der Raumumfassungsfl├Ąchen, M├Âbel, Auslegware usw. zusammen. Wichtig ist nur, dass die aufgenommene und wieder abgegebene Feuchtigkeit zeitverz├Âgert ├╝ber die Fenster oder einer L├╝ftungsanlage ins Freie weggel├╝ftet wird.

Das Tauwasserrisiko und das Risiko eines sommerlichen W├Ąrmestaus h├Ąngen somit wesentlich von den feuchtepuffernden und w├Ąrmespeichernden Materialien ab. Die Auswahl der Baumaterialien, M├Âbel, Bodenbel├Ąge, Personen und Nutzerverhalten haben einen wesentlichen Einfluss auf das L├╝ften in Hinscht Volumenstrom bzw. L├╝ftungsdauer.

L├╝ftet man seine Wohnung nach der "Nase" und beheizt diese auch, d├╝rfte es bei Neubauten, zu keiner Schimmelbildung mehr kommen. Kommt es doch dazu, liegen meistens M├Ąngel an den W├Ąrmebr├╝cken  oder an der D├Ąmmung vor. Diese m├╝ssen umgehend behoben werden. Aber auch bei ung├╝nstigen Bauk├Ârpern kann es in den Eckbereichen von Au├čenw├Ąnden zu kritischen Oberfl├Ąchentemperaturen kommen. M├Âbelaufstellungen sollte man dann in diesen Bereichen vermeiden. 

Oftmals reicht es schon aus, die M├Âbel nicht direkt an der Au├čenwand zu stellen, sondern in einem Abstand von ca. 5 cm. Liegen die Oberfl├Ąchentemperaturen trotzdem in einem kritischen Bereich, ist eine Innenwandd├Ąmmung mit ca. 5 cm Calziumsilikatplatten in diesen Bereichen zu empfehlen. Diese Arbeiten sollten jedoch nur von einer Fachfirma ausgef├╝hrt werden, da bei falscher Verarbeitung (vorhandensein von  Hohlr├Ąumen, keine ganzfl├Ąchige Verklebung, D├Ąmmung der W├Ąrmebr├╝cken im Decken und Fu├čbodenbereich nicht beachtet u.v.m.) sich die Situation verschlimmern kann.