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Behaglichkeitskriterien

Im Vordergrund eines jeden Wohnraumes steht heute die Energieeinsparung. Bedingt durch die Vorschriften √ľber den W√§rmeschutz von Geb√§uden werden neue Fenster/T√ľren nahezu luftdicht bzw. viel dichter ausgef√ľhrt, so dass eine nat√ľrliche Querl√ľftung, wie wir sie von fr√ľher her kennen, nicht mehr existiert.  

Bauteil

Altbau

WSchV 1984

WSchV 1965

EnEV 2002

EnEV 2007

NEH

Zukunft

Außenwand

1,4

0,6

0,5

0,45

0,45

0,18

0,1

Fenster

5,2

2,6

1,8

1,7

1,5

0,95

0,65

Verglasung

5,7

3,1

2,0

1,5

1,3

0,7

0,4

Dach

1,0

0,3

0,3

0,3

0,3

0,185

0,1

Kellerdecke

0,8

0,55

0,5

0,5

0,5

0,2

0,2

Auch die erforderlichen L√ľftungsw√§rmeverluste m√ľssen ebenfalls reduziert werden, da man diese Verluste √ľber die Heizungsanlage kompensieren muss. Um jedoch den L√ľftungsbedarf optimal anpassen zu k√∂nnen, muss die Luftdichtheit des Geb√§udes nachgewiesen werden (Blower-Door-Test).

Alle diese genannten Faktoren nehmen Einfluss auf die Behaglichkeit. Diese sind zusammengefasst die Raumlufttemperatur, die Luftfeuchtigkeit sowie Temperaturen der Wandoberflächen. Daraus lassen sich auch die Gefahren von Schimmelpilze beurteilen.

Es konnte nachgewiesen werden, dass die höchsten Raumlufttemperaturen im Juni erreicht werden und die Raumluftfeuchte im August am höchsten ist.

Auf Grund individueller Empfindungsunterschiede einzelner Personen, wird es kein optimales Raumklima geben. Es werden immer 5 bis 20% von den Personen mit dem gerade vorhandenen Raumklimas unzufrieden sein. Steigt die Temperatur, erh√∂ht sich auch dieser Anteil. Menschen k√∂nnen die rel. Luftfeuchte nicht direkt sp√ľren. Sie wird nur indirekt wahrgenommen. Hohe Luftfeuchte + hohe rel. Luftfeuchte wird als schw√ľle Luft empfunden, extrem trockene Luft meist als unangenehm, da die Nase- und Mundschleimh√§ute austrocknen. Liegt die Temperatur in einem angenehmen Bereich, werden Luftfeuchten zwischen 40% bis 65% als angenehm empfunden.

Die Temperaturen der Umschließungsflächen sind ein weiterer wichtiger Faktor. Sind die umschließenden Wandflächen kalt oder warm, liegen dementsprechend die empfundenen Raumtemperaturen höher oder niedriger.

Am Fraunhofer Institut f√ľr Bauphysik wird z.Z. geforscht, welchen Einfluss die W√§rme- und Feuchtespeicherung auf das Raumklima hat (Bauteiltemperierung, Nachtabsenkung). Ziel: Planungswerkzeug, um diese Eigenschaften mit einrechnen zu k√∂nnen.

Ein weiterer wesentlicher Einfluss auf die Behaglichkeit sind die Lebensgewohnheiten der Mieter. Daraus resultieren vor allem die Risikopotenziale wie Schimmelpilzbildung und Feuchtesch√§den. Das Heiz- und L√ľftungsverhalten und die Feuchteproduktion spielen hierbei die wesentliche Rolle.

Der Luftwechsel bestimmt die Wirksamkeit einer L√ľftung. Ein Luftwechsel nach DIN 4108 von 0,5 h-1  liegt z.B. vor wenn angenommen wird: mittlere Feuchteproduktion von 3g/hm¬≥, d.h. nicht nur die T√§tigkeit der Bewohner, sondern auch Zimmerpflanzen sind mit enthalten. Die relative Raumluftfeuchte liegt meist unter 50%. Somit ist eine Verringerung des Luftwechsels auf 0,2 meist tolerabel, da auch hier die rel. Luftfeuchte meist unter 50% liegt. Ein Luftwechsel von =/> 0,5 h-1 muss vor allem dann genommen werden, wenn die Schadstoffabfuhr bzw. -verd√ľnnen im Vordergrund stehen. Der genaue Luftwechsel h√§ngt jedoch von den eingesetzten Baustoffen und zu verwendeten Reinigungsmitteln ab. Hier ist eine separate Berechnungspr√ľfung notwendig. Z.B. Auslegware ist, gegen√ľber Parkett oder Fliesen ung√ľnstiger.

Erst wenn z.B. Baufeuchte vorliegt, liegt die relative Luftfeuchte (bei einem Luftwechsel von 0,2 h-1) im kritischen Bereich von 60% bis 70%. Dann reicht ein geminderter Luftwechsel nicht mehr aus.

Somit ist erwiesen, dass falsches Verhalten durch Unkenntnis und Baufeuchte bei zu geringem Luftwechsel es zu einer Schimmelpilzbildung kommen kann.

Die Reduzierung der L√ľftungsverluste aus energetischer Sicht steht somit im engen Zusammenhang mit der Schimmelpilzbildung. Vor allem in Raumecken ist die Gefahr einer Schimmelpilzbildung am Gr√∂√üten.

Die Wachstumsvoraussetzungen von Schimmelpilzen sind Temperatur, Feuchte und bestimmte Nahrungsquellen wie z.B. Tapetenleim. Entscheidend sind somit das Temperatur- und Feuchteverhältnis.

Die Rauminnenoberfl√§chen einer Au√üenwand k√∂nnen bei einem schlecht ged√§mmten Altbau (oder unged√§mmten Geb√§ude) unter den Normbedingungen liegen (tR = 20¬įC, rel. Raumluftfeuchte 50%) in den freien Raumecken 12 ¬įC und die rel. Luftfeuchte auf der Wandoberfl√§che bei 80% liegen. Steht jetzt noch ein Schrank davor, liegt die Oberfl√§chentemperatur < 11¬įC bei 89% rel. Feuchte. In diesen Bereichen wird der Taupunkt unterschritten; es kommt zur Schimmelpilzbildung.

Ausgehend, dass bei einer rel. Feuchte von ca. 80% (Temperaturabh√§ngig) eine Schimmelpilzbildung m√∂glich ist, kann, bei einem gut ged√§mmten Geb√§ude mit einer Raumtemperatur von 20¬įC und einer rel. Raumluftfeuchte weit unter 50%, davon ausgegangen werden, dass hinter dem Schrank keine Schimmelpilzbildung auftritt.

Warum kommt es dann trotz guter D√§mmung und luftdichter Fenster zu relativen Raumluftfeuchten von > 60%? Man konnte feststellen, dass gerade in Schlafzimmerbereichen die H√§ufigkeit von Schimmelpilzbildungen am Gr√∂√üten ist. Dies deutet oftmals auf ein falsches Nutzerverhalten hin, z.B. durch ge√∂ffnete T√ľren zu den Schlafr√§umen. Man beheizt den Schlafraum √ľber neben liegende R√§ume und bringt somit Feuchtigkeit ein, ohne den Schlafraum zu beheizen. Die Au√üenw√§nde sind dann soweit runtergek√ľhlt, dass es zum Tauwasseraustritt in Eckbereichen kommen kann. Die Folge ist eine Schimmelpilzbildung.

Fazit: Jeder Mieter/Bewohner muss sein L√ľftungs- und Nutzerverhalten den baulichen Gegebenheiten anpassen. Schimmelpizbildung kann durch eine gute D√§mmung und normaler Wohnungsnutzung verhindert, der Wohnkomfort und die Behaglichkeit, bei richtiger Baustoffauswahl, erh√∂ht werden.